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Kurzgeschichte: Das Klavier und ich...

Ich war damals knapp 6 Jahre alt als mich meine Eltern in eine kleine vollgeräumte (so kam es mir vor) Wohnung zu zwei schrulligen alten Damen brachten. Eine davon war meine 1. Klavierlehrerin. Am Beginn jeder Stunde reichte mir die andere Dame Süßigkeiten (a bissl verwerflich aus heutiger Sicht) und zur Belohnung am Ende durfte ich mir etwas aussuchen. Die Süßwarenschüssel stand immer am Klavier, zum Beäugen und ich ging natürlich gerne hin, denn jedes Mal gab`s was anderes in der Schüssel (LOL).

Irgendwann sagte mein Vater beim Klavierüben zu mir: „Versuch Musik zu machen! Nicht so in die Tasten hauen!“ Musik machen? Wie? Ich übte und fragte:“ War das jetzt Musik?“ Er gab mir keine Antwort, aber eines schönen Übens lief mir ein prickelnder Schauer den Rücken hinunter und ich bekam eine Gänsehaut - da wusste ich: DAS war also Musik, so musste es sich anfühlen! Und von da an wollte ich immer dieses Gefühl haben!

Fürchterlich sind mir Urlaubsreisen in Erinnerung, denn ich hatte die liebe Angewohnheit, immer nach dem Mittagessen zum Klavier zu stürzen und mich spielender weise in andere Welten zu befördern.

Im Teenager Alter war mein Spiel soweit herangereift, dass meine Eltern sofort wussten in welcher Gemütsverfassung ich mich befand.

Als ich dann nach Wien, aufgewachsen bin ich in Zell am See, ging OHNE Klavier, weil in meinen Zimmer kein Platz war, musste ich, um nicht umzukommen, mehrmals pro Woche in verschiedene Klaviergeschäfte und spielte dort stundenlang auf herrlichen Konzertflügeln bis Cembali, elektrischen Klavieren und unterschiedlichsten Pianos. Manche Leute fragten mich um Rat und baten, ihnen die Klaviere vorzuspielen und deren Vor- und Nachteile zu präsentieren, die dachten wohl ich gehörte zum Geschäft, aber es machte mir Spaß und die Inhaber waren mir wohl gesonnen.  ...

Mehr zu meiner persönlichen Geschichte findest du unter "Über mich".